Histologie
Bei einer histologischen Untersuchung werden Gewebeschnitte lichtmikroskopisch beurteilt.
Die Gewebeproben kommen bei uns in Gefäßen an, in gepuffertem, neutralisiertem Formalin. Am Tag der Entgegennahme (Tag 1) werden repräsentative Teile aus dem Gewebe geschnitten und in kleine Plastikbehälter (Kassetten) getan. Die Stückchen in den Kassetten werden mit Hilfe der Mikrowelle entwässert und durchtränkt mit Paraffin.
Die Mikrowelle hat den Vorteil, dass der Diffusionsprozess stark beschleunigt werdem kann. Der letzte Teil dieses Prozesses wird auf die langsame Weise durchgeführt, d.h. über Nacht in Paraffin im Brutschrank. Am nächsten Tag werden die Stückchen in Metallmalle gelegt und mit Paraffin übergossen. So formt sich ein Block Paraffin, in dem die Gewebeprobe eingebettet ist (siehe Foto).
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Paraffinblöcke
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Mikrotom
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Dieser Präparateblock kann dann gekühlt in das Mikrotom (siehe Foto) gelegt werden. Mit diesem Apparat können hauchdünne Schnitte hergestellt werden, wobei auch das Gewebe in vollem Durchnitt anwesend ist. Diese Scheiben werden auf Objektträger aufgezogen. Es folgt die Entfernung des Einbettungsmittels (Paraffin) und das Färben mit einer Standardfärbung (HE-Färbung). Am Mittag des 2. Tages sind die Präparate demnach fertig zur mikroskopischen Beurteilung, die wir meistens erst einen Tag später ausführen (Tag 3).
Es kann aus verschiedenen Gründen Verzögerungen bei der Befunderhebung geben. Manchmal ist das eingesandte Material unzureichend fixiert (siehe Versandratschläge).Nachträglich muss man dann eine vollständige Fixation erreichen. Es kann auch sein, dass Proben zu hart sind und erst einige Zeit in eine entkalkende, das Gewebe weicher machende Flüssigkeit gelegt werden müssen. Manchmal werden zusätzlich andere Färbungen eingesetzt nach Bedarf/nachdem der Pathologe die HE Färbung beurteilt hat, zum Beispiel :
Nach der HE Färbung werden bei einer Anzahl Fälle, nach der mikroskopischen Beurteilung, weitere Färbungen durchgeführt. Viel verwendete Farbstoffe sind:
- die Toluidinblaufärbung (für das Erkennen von schlecht differenzierten Mastzellen)
- die PAS-Färbung (für Pilze und Hefe)
- die Giemsafärbung (für gewisse Bakterien und Leishmanien)
- die Van Giesonfärbung
- die Ziehl-Neelsen-Färbung (für intrazelluläre Bakterien)
Auch diese Färbungen (Durchführung und Beurteilung) verlangen zusätzliche Zeit.
Der Vorteil der Histologie gegenüber der Zytologie ist der, dass die Gewebestruktur zu beurteilen ist und die Zellen im Zusammenhang mit dem Gewebe liegen. Zytologie is nur wirklich geeignet in einer beschränkten Anzahl (Verdachts-)diagnosen und Indikationen.
Darum ist es zu erwägen um häufiger als bisher, Biopsien zu nehmen mit Hilfe von dicken Nadeln (z.b.
Tru Cut needle) zu nehmen statt nur losen Zellen zu ernten. Diese dünnen Gewebebiopsien geben natürlich auch keinen vollständigen Überblick über den Prozess,aber durch die erhalten Gewebsstruktur sind sie oft mehr wert als zytologische Präparate.